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Essenz des Yoga

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Tagebuch. Vielleicht war der Yoga im Kern etwas, das an keine Zeit und keine Kultur gebunden war. Vielleicht durfte man das die Essenz des Yoga nennen. Vielleicht wurde der Zugang zum Yoga, zur Essenz des Yoga, den Westmenschen unnötig erschwert. Vielleicht dienten die vielen Lagen Tradition und Folklore, in die der Yoga eingewickelt war, als er in den Westen kam, seinem Schutz. Vielleicht wäre der Yoga ohne diesen Hauch asiatischer Exotik für viele nicht so attraktiv gewesen. Vielleicht stellte das mit dem Yoga verbundene Sanskrit-Kauderwelsch die Reinheit der Lehre sicher, vielleicht machte es die Anleitungen schwerer verständlich. Vielleicht kommunizierten Räucherstäbchen, Rezitationen und Rituale die Erhabenheit des Yoga, vielleicht verliehen sie ihm eine erschreckende und einschüchternde Aura. Vielleicht hielten westliche Lehrer gerne an den überkommenen Formen fest, um das Bewusstsein wachzuhalten, dass Yoga weder Gymnastik noch Sport ist, vielleicht erinnerten die alten Rituale den Westmenschen zu sehr an die Rituale seiner Kirchen und führten ihn deshalb in die Irre. Vielleicht sprechen Rituale mit einem Anteil der Persönlichkeit, der archaischer ist als jener, der Worte interpretiert, und vielleicht wiegt deshalb die Botschaft des Rituals in unserem Innenleben schwerer als die der Sprache. Vielleicht war es für die Essenz des Yoga wichtig, dass der Yoga im Westen ganz genau so gelehrt wurde wie im Osten, vielleicht lenkte das den Westmenschen von der Essenz des Yoga ab, und der Yoga musste im Westen ganz anders gelehrt werden als im Osten. Vielleicht war die Essenz des Yoga für den heutigen Westmenschen eine andere als für die Asiaten von damals. Vielleicht sollte man von der heutigen Essenz des Yoga oder von der westlichen Essenz des Yoga sprechen. Vielleicht ist der Yoga im Kern etwas, das ganz eng an seine Zeit und seine Kultur gebunden ist.


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