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Homo sapiens

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Tagebuch. Vielleicht ist der Organismus der Säugetiere in der Tat nichts anderes als eine weiche Maschine, deren Prozesse durch ein hochkarätig ausbalanciertes System von chemischen und elektronischen Signalen gesteuert werden. Der aufrecht gehenden Species, die sich selbst homo sapiens sapiens nennt, ist es vorbehalten, sich selbst für Subjekte zu erachten, und vielleicht besitzen sie tatsächlich Würde und Wert, und vielleicht sind ihre Antriebe und ihr Wollen wirklich frei, obwohl so ziemlich alle Gesetze der Natur dagegen sprechen. Und vielleicht sind sie mit Geist und Seele ausgestattete Wesen, deren Funktionieren mehr ist als Biochemie, vielleicht sogar weit mehr, vielleicht auch nur ein ganz kleines Bisschen. Vielleicht sind Würde, Wert und freier Wille, Geist und Seele eine Illusion, die sich hartnäckig bis in die heutigen Tage halten kann, ein Mythos, ohne den ein Menschenleben unerträglich ist. Homo sapiens will sich selbst und seinesgleichen vielleicht nicht denken als ein Säugetier, das, wie andere Säugetiere auch, eine Sache ist, die man benutzen darf und, wenn man will, töten darf, weil sie einem auf die Nerven geht vielleicht, oder weil sie allen anderen das Leben schwermacht, und die man vielleicht in ihre Einzelteile zerlegt und isst, weil man Hunger hat vielleicht, und die man anderen Säugetieren zum Fraß vorwerfen darf, damit sie einen selbst nicht anfallen, und auf einem Altar schlachten darf, einem grausamen Gott zu Gefallen.


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