Zum Inhalt springen
Zurück

Sport

Zuletzt geändert:

Es gab einen Fußball- und möglicherweise auch einen Eishockeyverein, beide hatten einige Saisonen lang in der ersten Liga gespielt und irgendwann energisch um den Klassenerhalt gekämpft, leider ohne Erfolg. Vielleicht hatte der eine oder der andere von ihnen es schließlich zurück in die erste Liga geschafft. Wen interessierte das wirklich, außer den Besitzern, die vor einigen Jahren die ehemaligen Vereine in Unternehmen der Unterhaltungsindustrie transformiert hatten, von denen sie sich Profite erhofften, die aber nur mit einem Erstligisten zu erzielen waren. Für Zehntausende, vielleicht eher hunderttausende der Einwohner dieser Stadt bestand das Verständnis von Sport darin, eine Jahreskarte zu besitzen und alle vierzehn Tage behängt mit einem grün-weißen, oder vielleicht einem blau-weißen, oder in Wahrheit einem rot-weißen Schal ins heimische Stadion zu trotten, und es vielleicht neunzig, in Wahrheit 105 Minuten später, wankend und grölend wieder zu verlassen. Vielleicht pflegten einige Einwohner eine andere Auffassung von Sport, die sie dazu verpflichtete, selbst zu schwitzen, weshalb sie ein- bis dreimal pro Woche mit dem Pkw ins Fitness-Center fuhren, wo sie sich auf ein fest am Boden verankertes Gerät setzten, das vielleicht einem Fahrrad, vielleicht einem Ruderboot ähnlich sah, und sich darauf abrackerten, auf einem an der Wand vor ihnen angebrachten Fernsehbildschirm die zufällige Episode einer zufälligen Serie schauend. Vielleicht fuhren sie auch zum Lauf-Treff im Park oder zu den Ascheplätzen ihres Tennisvereins, vielleicht auch zu den ordentlich gemähten Wiesen eines Golfclubs, das war wohl im Wesentlichen eine Frage der Gehaltsstufe, oder vielleicht des sozialen Umfeldes, oder des Elternhauses, oder vielleicht konnte man das gar nicht so sauber trennen. Wer schwitzen wollte, konnte schwitzen.


Schlagworte