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Kommunikation

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Oder wenn er vielleicht abends anrief und sagte Ich komm raus jetzt, wusste sie, er stand am Busbahnhof, mit einer Sehnsucht im Leib, die keinen Aufschub duldete, und hatte vielleicht Schnaps und Ticket bereits gekauft.

Oder wenn sie unangemeldet kurz vor Feierabend in Die Palette kam, dann war klar, dass sie in Not war und ihn abholen wollte, um ihn zu sich zu entführen, und dass es keine Widerrede geben konnte.

Oder wenn er vielleicht mittags anrief und fragte Soll ich kommen heute, wusste sie, er war eigentlich noch nicht so weit, aber wenn sie es wünschte, würde er den weiten Weg rausfahren zu ihr.

Oder wenn sie ihn mit frisch gewaschenen Haaren empfing, dann verstand er, sie wollte ihm gefallen, und er sollte den Duft ihres Hauptes genießen wie den Hauch einer frisch gepflückten Blume.

Oder wenn er sehr behutsam über ihren Unterarm strich, beim Abendessen vielleicht, um zu sehen, ob alle Härchen noch da waren, verstand sie seinen Wunsch, zu ihr zärtlich zu sein.

Oder wenn sie ihn vielleicht auf so eine spezielle Art anlächelte, etwas schief, listig irgendwie, und vielleicht prüfend auch, dann wusste er, sie wollte es und brauchte vielleicht noch etwas Ermunterung.

Oder wenn er ihr beim Zähneputzen an den Arsch ging, wusste sie, dass er, wenngleich es vielleicht spät war oder sie tüchtig getrunken hatten, oder beides vielleicht, gerne noch körperlich werden wollte, und sie konnte sich überlegen, ob sie seine Hände inniger an ihre Arschbacken drückte oder einen Vorwand erfand, sich wegzudrehen.

Oder wenn sie vielleicht auf dem Weg ins andere Zimmer hinter ihm her ging und seinen Nacken küsste, oder seinen Unterarm wie unabsichtlich streifte, oder ihre Haare in sein Gesicht warf, dann konnte er in sich hineinhorchen, ob er zu einem sofortigen Ansturm imstande war oder vielleicht noch mit ihr plaudern musste, oder trinken, oder beides, damit er sicher war, dass er mit seinem Ansturm wirklich sie meinte.

Oder wenn er ihr den Arm bot, sobald sie ins Bett stieg, dann fühlte sie sich von ihm akzeptiert und zu ihm eingeladen und von Herzen gewollt, so wie sie war, und es spielte überhaupt keine Rolle, ob sie ihre Tage hatte, oder zugenommen, oder verheult war, oder hackenkackendicht vielleicht, sie wurde geliebt, so wie sie war, und ohne dass sie irgendetwas darstellen musste, hinzufügen oder wegnehmen vielleicht, durch diese einfache menschliche Geste fühlte sie sich geliebt.

Oder wenn sie kurzatmig wurde, sobald sie an seiner Seite lag und vielleicht ihren Kopf in die Kuhle an seiner Schulter gelegt hatte, dann war er sicher, sein Körper erregte sie, heute noch, und immer wieder, nach all den Jahren, denn das kann eine nicht vortäuschen.

Oder wenn er vielleicht langsam pulsierte, bei jedem vierten oder sechsten Herzschlag vielleicht, dann konnte sie ihre Hand einfach da liegen lassen, und das breiige friedliche Ding unter ihrer Hand würde sich zuverlässig recken und innerhalb weniger Minuten zu etwas Kräftigem und Festem heranwachsen.

Oder wenn sie, während er ihre Brust streichelte, vielleicht die Hände hinter dem Kopf faltete oder vielleicht ihre Beine in die Länge streckte, dann wusste er, dass er auf dem richtigen Pfad war und sie vielleicht mal am Bauchnabel oder am Schambein streicheln konnte.

Oder wenn er vielleicht, während sie seinen Sack knetete, zu schnarchen anfing, dann war mit ihm nichts mehr anzufangen, und sie konnte sich überlegen, ob sie sich selbst anfasste oder vielleicht bis zum nächsten Morgen wartete, um zu sehen, was dann vielleicht passierte.


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