Oder vielleicht habe auch Descartes den abendländischen Philosophen am schlimmsten ins Hirn geschissen mit seinem Cogito ergo sum. Der arme Junge! An seinem Zweifeln erkannte er, dass er existiert. Oder vielleicht anders: Weil er dachte, wusste er, dass er ist. Der arme Kerl! So einem sei nicht zu helfen. Oder vielleicht sei ihm zu helfen gewesen, hätte es seinerzeit zu seiner Zeit Psychotherapie schon gegeben. Er jedenfalls, der Laberer, er wisse, dass er da ist, weil er fühle. Um es mal descartisch zu sagen: Weil ich fühle, weiß ich, dass ich bin. Coito, ergo sum.
Oder vielleicht sei es auch das Dogma vom ausgeschlossenen Dritten, oder der Satz vom Widerspruch, der die schlimmen Probleme der heutigen Zeit zu verantworten habe. Es sei vielleicht einer von den ganz alten Griechen gewesen, der dieses Dogma zu verantworten habe. Oder vielleicht hätten die es auch widerlegt. Oder vielleicht auch erst die modernere Philosophie. Aber das sei dem populären gesunden Volksempfinden natürlich wurscht. Eswas, das sich so gut anfühle wie Entweder ich habe Recht oder du hast Recht werde nicht zugunsten moderner wissenschaftlicher Erkenntnisse aufgegeben. Dafür sei es einfach zu einfach und zu geil. Das gesunde Volksempfinden hinke gerne mal mehrere Jahrtausende hinter der Speerspitze der wissenschaftlichen Avantgarde hinterher, das fühle sich einfach gesünder und besser an.
Vielleicht habe ich Recht und du hast auch Recht? Oder vielleicht habe ich keine Ahnung und du auch nicht? Sowohl sowohl als auch als auch. Oder vielleicht sowohl weder als auch noch. Oder vielleicht weder sowohl noch als auch. Oder vielleicht weder weder noch noch. Wer wisse das schon so genau?