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Meditation

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Meditation, ihr Hirnies! Der Laber war groß in Fahrt. Dass das junge Paar, dessen Gespräch er gekapert hatte, schon längst an einen weit entfernten Tisch saß, bremste ihn nicht im geringsten. »Mal halblang, ihr Wichtigtuer! Meine Güte: Achtsamkeit! Was habt ihr denn schon eine Ahnung. Der coolste Hype seit Pilates. Macht euch mal locker! Ihr glaubt, da würde wunder was passieren. Ist doch so. Wenn ihr schön stocksteif und lange genug stumpf das Mantra-Ding macht, dann würde es eines Tages einen Schlag tun, knack! Und bumms – seid ihr erleuchtet. Und alles ist in Butter. Friede, Freude, Eierkuchen überall. Kinderlein, nehmt Abschied von euren pseudoreligiösen Vorstellungen. Werdet endlich erwachsen. Verabschiedet Euch von Erleuchtung und vom Weihnachtsmann! Kommt mal runter auf den kalten Boden der nüchternen Tatsachen.«

Die bärtigen Brüder zu seiner Linken stießen heftig an, dass der Schaum ihrer Pilsgläser überschwappte. Jupp, sagte der eine, Amen der andere. Lastwagenfahrer, die darauf bestanden Trucker zu sein. Sie waren mit Sicherheit von der Tirade am wenigsten betroffen. Doch der Laberer war noch nicht fertig.

Ich sage Euch, was passieren wird, verkündete der Laberer. Und ungeachtet der zum Teil höhnischen skeptischen Zwischenrufe (»Was weißt denn du«) fuhr er fort: »Gar nichts wird passieren. Die stumpfe Enttäuschung. Es ist und bleibt, wie es immer schon war und weiterhin bleiben wird. Das wird passieren. Selbstverständlich werdet ihr das nicht einsehen. Ihr werdet weiter euer Ding machen und weiterhin auf den Weihnachtsmann hoffen. Wartet schön weiter, es ist eure Lebenszeit. Muss ja jeder für sich selber wissen.«

Webster hatte den Eindruck, er sei mittlerweile der Einzige, der dem Laberer noch Aufmerksamkeit schenkte. Der Laberer schwankte leicht, Webster stützte ihn mit den Fingerspitzen.

Eure Entscheidung, setzte der Laberer nach, »aber dann beim Jüngsten Gericht nicht jammern, so: Warum hat du zugelassen, dass ich ein Leben lang meditiere? Damit kommt ihr nicht durch. Denn Gott wird sagen: Habe ich Dir nicht den Laberer geschickt?«

Laberer. Buddha, Guru, Rinpotsche, alles Quatsch, bringe nichts. Man müsse sich vom Glauben an Erleuchtung verabschieden wie vom Glauben an den Weihnachtsmann. Yoga, Mantra, Tantra, alles Kinderkram. Erwachsen sein heiße, auf dem kalten Boden der nüchternen Tatsachen angekommen zu sein. Alles sei genau so, wie es ist, und daran werde man nichts ändern, und wenn man noch so sehr daran glaube. Müsse natürlich jeder für sich selber wissen, aber man vergeude seine Lebenszeit. Man dürfe beim Jüngsten Gericht nicht jammern, sich nicht bei Gott beklagen, dass er zugelassen habe, dass man sein Leben lang diesen Quatsch geglaubt hat. I Ging, Tao, Swami, wie das Zeugs heiße. Gott werde einem entgegenhalten, schließlich habe er einem den Laberer geschickt.


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