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Piano-Saxofon-Duo

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An einem zugeklappten Flügel arbeitete eine schmächtige Asiatin sich durch die wilden Akkordwechsel eines Standards, dessen Titel Webster nicht gleich einfiel. Der Saxofonist improvisierte dazu, als hörte er das Piano nicht. Webster war zu spät, jetzt fiel ihm der Einstieg schwer. Er konnte keinen Zusammenhang hören zwischen den beiden Instrumenten. Wie bei einem Streit, wenn jeder ausschließlich auf das eingeht, was der andere nicht gesagt hat. Webster brauchte einen Brandy. Das Stück ging zu Ende, das Publikum applaudierte heftig. Webster erhielt seinen Brandy und fand die Leute hysterisch.

Während er von der Bar zurückging, hatten die beiden auf der Bühne sich etwas beruhigt. Neues Stück, neues Glück. Geradezu versöhnlich gingen die jetzt miteinander um. Man fiel sich nicht mehr ins Wort, es war zu einem gepflegten Frage-und-Antwort-Spiel geworden. Das konnte man sich einigermaßen anhören. Aber richtig kuschelig wurden die beiden miteinander nicht. Die Pianistin wirkte etwas angestrengt in ihrem Bemühen, die vorgegebenen Harmonien durch möglichst originelle Wendungen zu ersetzen. Webster hatte den Eindruck, dass das nicht immer dem Stück diente.

Seine Aufmerksamkeit galt allerdings im wesentlichen dem Saxofon. Sein Instrument! Nicht dass er selbst Saxofon spielte, aber er schätzte es sehr, wegen seines warmen, an die menschliche Stimme erinnernden Tones. Tenor oder Bariton. Nicht ertragen konnte Webster den Klang von Alt- oder schlimmer noch Sopransaxofon, aber Tenor oder Bariton brachten sein Herz zum Schmelzen. Meistens. Wie dieser Mann sein Tenor anblies, wollte Webster spontan so gar nicht einleuchten. Dieser ruppige Ton, naja, er wird sich was dabei gedacht haben. Mal abwarten. Er war vorschnell. Er war nicht gerecht. Er war geschmäcklerisch.

Milde enttäuscht — von sich selbst — bemühte Webster sich um offeneres Zuhören. Das nächste Stück war eine Eigenkomposition. Da konnte man der Pianistin nun nicht ein übertriebenes Bemühen um Originalität vorwerfen, denn dieses Stück, das hatte sie selbst genau so geschrieben. Der Saxofonist blieb bei seinem scharfkantigen Einsatz, seinen eckigen Phrasierungen — nein, das war es nicht. Webster sagte nein. Nicht sein Ding.


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